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Partner des FC Bayern Campus

Ende April hat der FC Bayern bekannt gegeben, den Grundlagenbereich im Nachwuchs stufenweise umzustrukturieren und zunächst zur Saison 2021/22 die U9 und ein Jahr darauf die U10 aus dem Spielbetrieb zu nehmen. Damit einhergehend wird das Förderkadertraining am FC Bayern Campus ausgebaut. Zusätzlich dazu konnte die Nachwuchsabteilung des deutschen Rekordmeisters nun vier neue Partnervereine gewinnen, an deren Standorten das wöchentliche Förderkadertraining ebenfalls durchgeführt werden wird.
Neben der SpVgg Landshut, dem SV Schloßberg Stephanskirchen und der SpVgg Joshofen Bergheim ist auch der FC Issing zukünftig Partnerverein des FC Bayern Campus. Die Kooperation mit den vier Klubs ist auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgelegt. Neben äußeren Rahmenbedingungen wie einer guten Infrastruktur und Lage für das Förderprojekt, zeichnen diese Vereine sich durch vorbildliche Jugendarbeit und ihre Offenheit für das neue Konzept aus.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, den besten Spielern und Bewegungstalenten der jeweiligen Region neben den Trainingseinheiten und Spielen im Heimatverein gemäß der Devise „Fördern und Fordern“ eine zusätzliche Förderung durch FC Bayern-Trainer an den jeweiligen Standorten zu ermöglichen. Den Trainern vor Ort bieten sich dadurch Einblicke in die Ausbildungsphilosophie des FC Bayern Campus. Darüber hinaus können sie verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, wie z.B. Workshops oder Hospitationen, wahrnehmen.
„Unser Ziel war es, in allen vier Himmelsrichtungen einen verlässlichen und begeisterten Partner auszuwählen. Wir haben uns bewusst für diese vier Vereine entschieden und freuen uns schon auf die Zusammenarbeit und die kindgerechte Förderung im heimischen Umfeld“, sagt Peter Wenninger, Sportlicher Leiter U9-U15 am FC Bayern Campus.

Los geht’s mit einem regelmäßigen wöchentlichen Training unter der Leitung eines FC Bayern-Trainers an den Standorten im September 2021.
„Wir starten zunächst im Altersbereich U7 bis U9 und nehmen ein Jahr darauf auch den U10-Jahrgang dazu - analog zur jeweiligen Abmeldung der U9 und der U10“, erklärt Wenninger.
„Die Vorteile für die Kinder liegen auf der Hand. Ihr Zeit- und Fahraufwand wird deutlich reduziert, dadurch haben sie die Möglichkeit, auch mal andere Sportarten auszuprobieren. Zudem sind wird davon überzeugt, so den Druck speziell aus dem familiären und Freundes-Umfeld auf die Kinder zu reduzieren“, so Holger Seitz, stellvertretender Sportlicher Leiter am FC Bayern Campus. „Der Spaß am Fußballspielen soll in diesem Alter im Vordergrund stehen.“

Partnerverein des FC Bayern M√ľnchen

Quelle: FC Bayern

 

Eine besondere Kooperation:
Warum der FC Bayern München und die SpVgg zusammenarbeiten

Der FC Bayern München strukturiert seine Jugendarbeit um. Weniger Leistungsdruck für die ganz Kleinen, mehr Heimatnähe. Davon soll auch die SpVgg Joshofen-Bergheim profitieren.

An den Wänden im Treppenhaus des FC Bayern Campus hängen die Stars von morgen. Die Bärte auf den Mannschaftsfotos sind noch flaumig, die Bayern-Raute prangt auf stolzen Hühnerbrüsten. Gut möglich, dass einer dieser Buben in zwölf Jahren, in irgendeinem Olympiastadion dieser Welt als Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den WM-Pokal nach oben stemmen wird, unter dem Auge ein Cut, auf dem Platz ein General, im Kopf der Fans schon längst Legende, Stoff für eine Dokumentation auf Amazon Prime. So wie Bastian Schweinsteiger.

Die zukünftigen Schweinsteigers in spe grüßen freundlich, wenn man ihnen auf dem weitläufigen Trainingsgelände der Bayern-Jugend entgegenläuft. Alle im Trainingsanzug, je nach Infektionslage mehrmals wöchentlich auf Corona getestet, Leben im Kosmos eines Weltvereins. Doch wenn es nach den Köpfen des FCB geht, dann sollen ihre zukünftigen Spieler nicht in diesem pompösen Fußballressort aufwachsen, sondern lieber draußen, in Joshofen, neben Stockschützenbahn und Sportgaststätte.

Die Bayern haben sich dazu entschlossen, ihre Jugendarbeit umzukrempeln. Die jüngsten Altersklassen U9 und U10 werden stufenweise in den nächsten beiden Jahren abgemeldet. Der Radar für junge Talente bleibt trotzdem an. Und er vergrößert sich sogar. FCB-Trainer sollen wochenends an fünf Standorten Stützpunkt-Trainingseinheiten leiten: für Münchner Kinder am Bayern-Campus selbst, außerdem bei der SpVgg Landshut, dem SV Schloßberg-Stephanskirchen (Landkreis Rosenheim), dem FC Issing (Landkreis Landsberg am Lech) und – im Norden – eben bei der SpVgg Joshofen-Bergheim.

Der frisch gebackene Quadrouple-Sieger, 293.000 Mitglieder, Weltmarke. Und der Neuburger „Dorfklub“, wie SpVgg-Jugendleiter Matthias Kohl selbst sagt, 750 Mitglieder, Kreisklassenfußball.
Die unterschiedlichen Erwartungen werden schnell klar, wenn Vertreter beider Vereine über die jüngsten Ergebnisse ihrer C-Jugend sprechen, das knappe 1:0 der erstklassigen Bayern beim FC Ingolstadt („zu wenig“), das 2:8 der frisch in die Bayernliga aufgestiegenen Joshofener gegen Kaufbeuren („Lehrgeld“). Es ist der vergangene Montag, das bereits vierte Treffen der beiden Kooperationspartner. Kohl und sein Kollege Klaus Fischer-Stabauer schlendern beeindruckt durch den Bayern-Campus, vorbei an der Rezeption, kunstledernen Couchmöbeln, Foyers in Sportheimgröße.

In einem Besprechungszimmer mit Blick auf den irisch-grünen Rasen der Campus-Arena begründet Maximilian Obermeier, Assistenz der Sportlichen Leitung beim FCB, die Umorientierung der Roten: „Wir haben festgestellt, dass der Druck und auch der Zeitaufwand im ganz jungen Alter enorm ist. Die Spieler haben immer das Gefühl, ihr Bestes geben zu müssen. Das wollen wir ein Stück weit wegnehmen, weil wir glauben, dass es gesünder für diese Kinder ist, im gewohnten Umfeld zu sein und beim Heimatverein zu bleiben.“ Es ist ein Tritt auf die Bremse angesichts von Millionensummen für Jugendspieler, Zwölfjährigen mit eigenen Agenten, dem Immer-mehr, Immer-weiter, Immer-größer des Profifußballs.

„Unser Konzept ist pro Kind ausgerichtet“, erklärt Kilian König, Koordinator des Förderkaders und Bayern-Scout. Es klingt ein wenig nach Grundschullehrer, was nicht verwundert: König hat neben Sport auch Pädagogik studiert. Das neue Konzept, sagt er, solle Kindern auch ermöglichen, mehrere Sportarten gleichzeitig auszuüben. „Das hat eine gute Auswirkung auf die fußballerische Leistungsfähigkeit. Wir bauen das auch in unsere Trainingseinheiten ein.“

Vermutlich können die ehrenamtlichen Trainer in Joshofen, meist Spieler-Väter, noch nicht viel mit dem Begriff „polysportive Ausbildung“ anfangen, den König da ausmalt. Noch nicht zumindest. „Es gibt doch nichts Besseres, als den FC Bayern als Partner zu haben, der einem Trainingskonzepte zeigt, der die Trainer schult und versucht, die Kinder besser zu machen“, sagt Fischer-Stabauer. Ab Januar werden die Bayern-Scouts auf Turnieren und Spielen im Neuburger Umland unterwegs sein, um den Förderkader zusammenzustellen. Ab September 2021 sollen FCB-Trainer dann einmal pro Woche ein Stützpunkttraining leiten, lokale Coaches im Gegenzug an Workshops und Fortbildungen teilnehmen können.

FC Bayern Campus Partner

Schon einmal war die SpVgg eine solche Partnerschaft eingegangen, 2016 mit dem FC Ingolstadt, eine Handvoll ehemaliger Joshofener spielen derzeit im dortigen Nachwuchsleistungszentrum. Nach vier Jahren sei es dann Zeit für „etwas anderes“ gewesen, sagt Fischer-Stabauer kurz. Im Frühling endete die Zusammenarbeit. Und dann kam die Meldung der Bayern und ihre Idee mit den Förderkadern. Kohl und Fischer-Stabauer bewarben sich - und bekamen den Zuschlag.

Wie kommt man beim FC Bayern auf Joshofen-Bergheim? Obermeier hat mehrere Antworten: „Die geografische Lage war ein ausschlaggebender Punkt. Wir wollten flächendeckend breit aufgestellt sein und wollten deshalb in der Neuburger Gegend was machen. Die Jugendarbeit ist ordentlich und die Infrastruktur herausragend.“ Neben einigen Trainingsplätzen und einer Schulturnhalle in Unterstall bekommt die SpVgg bald noch einen Kunstrasenplatz hinzu.

Ob dort schon bald der nächste Schweini kickt? Klar, pure Spekulation. „Das ist das Ziel. Jeder wäre glücklich, wenn’s so käme“, sagt Fischer-Stabauer. Als Bastian Schweinsteiger sich das erste Mal ein Bayern-Trikot überstreifte, gab es den Bayern Campus noch nicht. Er war damals bereits 14 Jahre alt. Und kam vom Land: aus Rosenheim.

Quelle: Neuburger Rundschau / Fabian Huber

 

Ansprechpartner:

Trainer Matthias Kohl

Matthias Kohl
Mobil: 0178-5013016
eMail: matthias.kohl@allianz.de

  Co-Trainer Klaus Fischer-Stabauer

Klaus Fischer-Stabauer
Mobil: 0170-2199960
eMail: klaus@fischer-stabauer.de